DigiSchicht ist ein Entwicklungsprojekt in der Konzeptphase: Plattform-Kern und erstes Modul sind geplant, aber noch nicht gebaut. Es gibt kein nutzbares Angebot. Praxispartnerschaften sowie Förder- und Kooperationswege prüfen wir derzeit.

Geplant: Arbeits­anweisungen für jede Schicht.
In 8 Sprachen, direkt aufs Handy.

DigiSchicht soll ein mehrsprachiger Plattform-Kern der DigMa Systems UG (haftungsbeschränkt) (Entwicklerin des eigenständigen Projekts NextBeruf.de) werden: Betriebe stellen ihre eigenen Arbeitsanweisungen bereit, Beschäftigte lesen, suchen und fragen in ihrer Sprache nach. Das erste Branchenmodul ist für Lager & Logistik vorgesehen, Pflege und Gebäudereinigung sollen auf demselben Kern folgen.

Was ist DigiSchicht? DigiSchicht ist ein geplantes Entwicklungsprojekt der DigMa Systems UG (haftungsbeschränkt) in der Konzeptphase, kein nutzbares Angebot. Es soll Beschäftigten helfen, betriebliche Arbeitsanweisungen in ihrer Sprache zu lesen und dazu Fragen zu stellen.

Für wen? Für Betriebe in Lager und Logistik, später Pflege und Gebäudereinigung.

Was es nicht ist: Kein Sprachkurs, keine staatlich anerkannte Qualifizierung und kein Ersatz für die Unterweisung nach dem Arbeitsschutzgesetz.

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Die Ausgangslage

Im Lager, in der Pflege, in der Gebäudereinigung und in vielen anderen Branchen arbeiten Menschen mit ganz unterschiedlichen Muttersprachen Schicht an Schicht. Das Wissen, das sie für ihre Arbeit brauchen, steckt aber fast immer in deutschen Dokumenten: Arbeitsanweisungen, Betriebsanweisungen, Einarbeitungsunterlagen, Aushänge.

Die mündliche Verständigung im Alltag klappt oft gut. Die schriftliche Anweisung liegt sprachlich aber auf einem anderen Niveau, mit Fachbegriffen, Abkürzungen und langen Sätzen. Im Betrieb wird das meist mit Behelfslösungen überbrückt: Eine Kollegin übersetzt nebenbei, die Schichtleitung erklärt dasselbe immer wieder, ein Aushang wird einmal übersetzt und danach nicht mehr aktualisiert.

Zwei Umfragen aus unterschiedlichen Branchen geben Hinweise auf das Problem. Beide sind nur begrenzt aussagekräftig:

  • 59 % von 322 antwortenden Betrieben

    nennen fehlende Deutschkenntnisse als größtes Hemmnis bei der Besetzung von Stellen mit Fachkräften aus Drittstaaten. Umfrage unter Unternehmen in Hessen, nicht bundesweit repräsentativ.

    Quelle: Umfrage der zehn hessischen Industrie- und Handelskammern zu Fachkräften aus Drittstaaten, veröffentlicht im August 2024 (Jahresblick der IHK Kassel-Marburg)

  • 33 % der befragten Pflegefachpersonen mit ausländischer Berufszulassung

    nennen auf die Frage nach Hindernissen für ihre berufliche Entwicklung sprachliche Barrieren. Grundlage: 52 befragte Kolleg:innen mit Berufszulassung aus dem Ausland, Mehrfachnennungen möglich. Kleine Stichprobe, nicht repräsentativ (n=52).

    Quelle: Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK), „Pflege, wie geht es dir?“ 2025, Mai 2025, Abschnitt „Karriere in Deutschland“, S. 39 (n=52)

  • Lager & Logistik

    Für Lager und Logistik liegen uns derzeit keine belastbaren Zahlen zu Sprachhürden bei schriftlichen Arbeitsanweisungen vor. Ob und wie stark sie dort auftreten, soll die geplante Bedarfsanalyse mit Praxispartnern klären.

Die beiden Umfragen sind nicht vergleichbar und belegen kein gemeinsames Muster. Unsere Arbeitshypothese lautet: Sprachhürden bei schriftlichen Anweisungen betreffen vermutlich mehrere Branchen, nur die Begriffe, die Dokumente und die Vorschriften unterscheiden sich. Die Lösung wird dabei bisher meist Betrieb für Betrieb neu gesucht. Aus unserer Sicht fehlt eine gemeinsame Grundlage, die drei Dinge verbindet: die eigenen Dokumente des Betriebs, eine geprüfte mehrsprachige Fassung und einen Weg, auf dem die deutschen Fachbegriffe nebenbei mitgelernt werden. Genau dort setzt DigiSchicht an, nicht bei einem allgemeinen Sprachkurs.

Worauf diese Konzeption beruht

DigiSchicht ist aus der Arbeit an NextBeruf.de entstanden. Grundlage war eine interne, nicht repräsentative Vorrecherche in öffentlich zugänglichen Quellen: Portale und Plattformen rund um Jobsuche und Arbeitsmarktintegration sowie öffentliche Foren, verbunden mit der eigenen Erfahrung des Gründers als Zugewanderter auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Dabei zeigte sich ein Folgeproblem, das eine Plattform für den Berufseinstieg allein nicht löst: Die Sprachhürde bleibt auch nach der Einstellung bestehen, vor allem bei schriftlichen Arbeitsanweisungen. Die Idee wurde anschließend über mehrere Monate weiterentwickelt und mündete in diese Konzeption.

Aus der Konzeptarbeit an NextBeruf.de und Meine KI-Akademie, zwei eigenständigen mehrsprachigen Projekten für Menschen mit internationaler Biografie auf dem Weg in den deutschen Arbeitsmarkt, leiten wir die Arbeitshypothese ab, dass diese Lücke auch nach dem Berufseinstieg besteht. Für betriebliche Arbeitsanweisungen soll sie in der Pilotierung geprüft werden (NextBeruf.de: Plattform online, Pilot in Niederbayern geplant; Meine KI-Akademie: funktionsfähiger Prototyp). Dass gute Deutschkenntnisse langfristig unersetzlich sind, steht für uns nicht infrage. Beide Projekte arbeiten darauf hin. Bis dahin behelfen sich viele Betriebe mit Ad-hoc-Übersetzungen durch Kolleginnen und Kollegen oder mit externen Dolmetschern, für den Alltag am Arbeitsplatz oft zu langsam und nicht durchgehend verfügbar. DigiSchicht soll diese Lücke schließen: eine verständliche, gut übersetzte Version der eigenen Betriebsdokumente, mit einem KI-Assistenten, der bei Verständnisfragen weiterhilft, als Übergangslösung neben dem Spracherwerb, nicht als Ersatz dafür.

So soll DigiSchicht funktionieren

Im Kern soll DigiSchicht eine mehrsprachige Wissensbasis für den Betrieb werden: mit einer einfachen Suche und einem KI-gestützten Assistenten, der die freigegebenen Dokumente kennt. Vorgesehen ist ein Ablauf in vier Schritten:

  1. Bereitstellen

    Der Betrieb lädt vorhandene Dokumente hoch oder füllt vorbereitete Vorlagen aus, zum Beispiel für Einarbeitung, Arbeitsabläufe oder Sicherheitsregeln am Standort.

  2. Aufbereiten und freigeben

    DigiSchicht gliedert die Inhalte, übersetzt sie in bis zu acht Sprachen und markiert die Fachbegriffe. Eine fachkundige Person im Betrieb gibt den Inhalt frei, bevor Beschäftigte ihn sehen.

  3. Lesen, suchen, lernen

    Beschäftigte öffnen die Inhalte im Smartphone-Browser, in ihrer Sprache und mit dem deutschen Original darunter. Aus den Dokumenten sollen zusätzlich kurze Lerneinheiten von fünf bis zehn Minuten entstehen.

  4. Nachfragen

    Der KI-gestützte Assistent beantwortet Rückfragen in der jeweiligen Sprache, nur auf Grundlage der freigegebenen Dokumente, und nennt die Quelle. Findet er keine Antwort, verweist er an eine Ansprechperson im Betrieb.

Typische Fragen, die DigiSchicht im ersten Modul für Lager & Logistik beantworten können soll:

  • „Was mache ich, wenn der Handscanner ‚Fehlmenge‘ anzeigt?“
  • „Welche Schutzausrüstung brauche ich im Tiefkühlbereich?“
  • „Wie melde ich eine beschädigte Palette im Wareneingang?“
  • „Wie wird der Elektro-Hubwagen richtig abgestellt und geladen?“
  • „Was bedeutet ‚MHD‘ auf dem Etikett, und worauf muss ich achten?“
  • „Wen informiere ich nach einem Arbeitsunfall?“

Das Beispiel rechts zeigt, wie eine Antwort aussehen könnte: in der Sprache der Beschäftigten, mit dem deutschen Original darunter und mit Angabe des Dokuments, aus dem sie stammt.

Mockup einer geplanten Ansicht, kein Screenshot eines bestehenden Produkts. Die Antwort stammt aus einem vom Betrieb freigegebenen Dokument, nennt die Quelle und lässt den deutschen Fachbegriff markiert stehen. Maßgeblich ist die deutsche Fassung.

Alles soll im Smartphone-Browser laufen, ohne App-Installation, verfügbar in:

  • DeutschOriginal
  • EnglishEnglisch
  • УкраїнськаUkrainisch
  • РусскийRussisch
  • TürkçeTürkisch
  • RomânăRumänisch
  • PolskiPolnisch
  • العربيةArabisch

Die deutschen Fachbegriffe bleiben dabei bewusst auf Deutsch. Die Beschäftigten müssen sie im Betrieb, mit der Schichtleitung und später vielleicht in einer Bewerbung verwenden können. So wird jedes Nachschlagen nebenbei auch ein kleiner Schritt beim Deutschlernen und im Umgang mit digitalen Werkzeugen.

Am Ende abgeschlossener Lerneinheiten soll eine digitale Teilnahmebestätigung (nicht staatlich anerkannt) stehen, inhaltlich orientiert am europäischen Referenzrahmen DigComp 3.0 (Europäische Kommission, Joint Research Centre, 2025). Quelle: DigComp 3.0, Europäische Kommission, Joint Research Centre (abgerufen im Oktober 2026). Sie ist kein offizielles DigComp-Zertifikat und kein anerkannter Abschluss. Die Person kann sie zum Beispiel einer Bewerbung beilegen. Ob und wie Arbeitgeber oder Behörden sie berücksichtigen, entscheiden diese selbst.

Ein Kern, viele Branchen

DigiSchicht ist als Baukasten gedacht: ein gemeinsamer Kern, auf den mehrere Branchenmodule aufsetzen. Der größte Teil der Arbeit steckt im Kern, der für jede Branche gleich bleibt. Ein Branchenmodul ergänzt nur das, was eine Branche wirklich unterscheidet.

Plattform-Kern: einmal entwickeln

  • Aufnahme und Aufbereitung betrieblicher Dokumente, mit Freigabe durch den Betrieb
  • Darstellung in acht Sprachen, das deutsche Original immer sichtbar
  • Suche und KI-gestützter Assistent, der nur aus freigegebenen Inhalten antwortet und die Quelle nennt
  • Kurze Lerneinheiten und eine Teilnahmebestätigung (nicht staatlich anerkannt), inhaltlich orientiert am europäischen Referenzrahmen DigComp
  • Getrennte Bereiche je Betrieb, Zugänge und Rollen, Datenschutz
  • Bedienung im Smartphone-Browser, ohne App-Installation

Branchenmodul: je Branche ergänzen

  • Vorlagen für typische Dokumente und Abläufe der Branche
  • Fachbegriffe der Branche in allen Sprachen, geprüft mit Praktikerinnen und Praktikern
  • Branchentypische Lerneinheiten
  • Hinweise auf die in der Branche geltenden Vorschriften und Zuständigkeiten
  • Erprobung mit Betrieben der jeweiligen Branche

Jedes weitere Modul nutzt den bestehenden Kern. Der Aufwand für eine neue Branche soll deshalb deutlich unter dem einer Neuentwicklung liegen. Wie groß der Unterschied tatsächlich ist, soll die Pilotierung zeigen.

Geplante Reihenfolge der Module

  1. Modul 1: Lager & Logistik

    Zuerst geplant. Wareneingang, Einlagerung, Kommissionierung, Verladung, Handscanner und Sicherheitsregeln im Lager.

  2. Modul 2: Pflege

    Als zweites Modul geplant. Dokumentation, Übergabe, Hygiene und Dienstplan, mit erweiterter fachlicher Prüfung.

  3. Modul 3: Gebäudereinigung

    Geplant. Objektaufträge, Reinigungsmittel und ihre Betriebsanweisungen, digitale Nachweise.

Warum Lager & Logistik zuerst? Wir nehmen an, dass dort viele Anweisungen bereits schriftlich vorliegen und sich die Sicherheitsregeln gut als Dokumente abbilden lassen. Ob das zutrifft, soll die Pilotierung zeigen. Das macht die Branche zu einem geeigneten ersten Prüfstein für den Kern. Die Pflege folgt bewusst danach: Erste Hinweise auf sprachliche Hürden gibt es (siehe die Umfrage oben, kleine Stichprobe), die fachliche und rechtliche Verantwortung ist aber besonders hoch. Dafür soll der Kern bereits erprobt sein.

Weitere Branchen mit internationalen Belegschaften, etwa Gastronomie, Bau oder Produktion, sind denkbar. Ob und wann sie folgen, hängt von Bedarf, Partnerbetrieben und Finanzierung ab.

Wie Kern und erstes Modul entstehen sollen

Das ist der wichtigste Punkt für einen Partnerbetrieb: DigiSchicht soll nicht am Schreibtisch entworfen werden, sondern an echten Dokumenten und echten Arbeitsplätzen. Im Rahmen der Pilotierung ist folgender Ablauf vorgesehen:

  1. Bedarfsanalyse in den Partnerbetrieben

    Welche Dokumente gibt es, wo entstehen Missverständnisse, welche Fragen stellen Beschäftigte immer wieder? Dazu kurze Arbeitsplatzbeobachtungen, Gespräche mit Beschäftigten (wenn möglich in ihrer Muttersprache) und Abstimmung mit Schichtleitung, Arbeitssicherheit und Interessenvertretung. Betriebe aus Pflege und Gebäudereinigung sollen hier von Anfang an einbezogen werden.

  2. Kern und erstes Modul in mehreren Entwicklungszyklen

    Erst eine kleine Version bauen, mit echten Beschäftigten und echten, freigegebenen Dokumenten testen, überarbeiten, nächste Runde. Geplanter Zielwert für das erste Modul: rund 20 erprobte Lerneinheiten sowie eine Vorlagen- und Begriffssammlung für typische Abläufe in Lager und Logistik.

  3. Freigabeverfahren und Teilnahmebestätigung erproben

    Wie wird aus einem deutschen Betriebsdokument eine geprüfte Fassung in acht Sprachen, und wer gibt was frei? Dieses Verfahren soll genauso erprobt und dokumentiert werden wie die Teilnahmebestätigung (nicht staatlich anerkannt), die sich inhaltlich am europäischen Referenzrahmen DigComp orientieren soll. Bei der Teilnahmebestätigung ist der Entwicklungsanteil am größten, weil es dafür noch keine Vorarbeit gibt.

  4. Übertragung auf das nächste Modul

    Was branchenspezifisch ist und was im Kern bleibt, wird laufend festgehalten. So soll das Modul Pflege nicht bei null beginnen.

Was von einem Partnerbetrieb konkret gebraucht wird

  • Zu Beginn

    Einblick in einige typische Arbeitsanweisungen, ohne personenbezogene Daten, und Zugang für kurze Arbeitsplatzbeobachtungen und Gespräche mit Beschäftigten.

  • Erprobungsphase

    Einzelne Beschäftigte testen DigiSchicht kurz, im Rahmen der Arbeitszeit, wenige Minuten pro Woche.

  • Eine Ansprechperson

    Dient als Kontakt und gibt die deutschen Inhalte fachlich frei. Den Umfang stimmen wir gemeinsam ab. Optional ist eine kurze Qualifizierung zur betrieblichen Lernbegleitung möglich.

  • Kein Kurs, den der Betrieb organisieren muss.
  • Bei einer bewilligten Förderung keine Kosten für den Partnerbetrieb während der Pilotierung. Eine Förderzusage liegt nicht vor.
  • Keine Verpflichtung, das Ergebnis zu nutzen.

Nach Projektende ist eine kostenfreie Weiternutzung für Partnerbetriebe angestrebt, sofern sich das Angebot bewährt hat und die Finanzierung der Weiterführung gesichert ist. Eine Zusage hierfür kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht gegeben werden. Als ersten Schritt bitten wir interessierte Betriebe um eine unverbindliche Absichtserklärung.

Für das erste Modul suchen wir vor allem Betriebe aus Lager und Logistik. Betriebe aus Pflege und Gebäudereinigung sind genauso willkommen: Ihre Erfahrungen fließen früh in die Bedarfsanalyse ein und bereiten die nächsten Module vor.

Worauf das Ganze technisch aufbaut

DigiSchicht soll nicht bei null anfangen. Die Initiatorin, die DigMa Systems UG (haftungsbeschränkt), entwickelt mit NextBeruf.de ein eigenständiges, mehrsprachiges Projekt für den Weg in den deutschen Arbeitsmarkt. Die Plattform ist online, der Pilot in Niederbayern ist geplant. Was daraus übernommen werden könnte und was hier neu entstehen soll, lässt sich klar trennen:

Aus NextBeruf.de denkbar (in Entwicklung)

  • Acht Sprachversionen, inklusive Rechts-nach-links-Darstellung für Arabisch
  • KI-gestützter Lernbegleiter
  • Fachbegriff-Trainer
  • Mehrsprachige Zuordnung von Berufsfeldern zur Klassifikation der Berufe (KldB 2010) der Bundesagentur für Arbeit

Soll neu entwickelt werden

  • Aufnahme und Aufbereitung betrieblicher Dokumente, mit Freigabeschritt
  • Suche und Assistent, der nur aus den freigegebenen Dokumenten eines Betriebs antwortet
  • Getrennte, geschützte Bereiche je Betrieb
  • Das erste Branchenmodul Lager & Logistik
  • Die modulare Teilnahmebestätigung (nicht staatlich anerkannt), inhaltlich orientiert am europäischen Referenzrahmen DigComp

Neu ist vor allem der Weg vom deutschen Betriebsdokument zur geprüften, mehrsprachigen Antwort. Das ist der geplante Kern des Vorhabens.

Ob und in welchem Umfang sich diese Bausteine für DigiSchicht übernehmen lassen, prüfen wir in der Konzeption. Eine Zusage dazu gibt es nicht.

Was am Ende herauskommen soll

Im Rahmen der Pilotierung sollen entstehen:

  • Ein erprobter Plattform-Kern, auf dem weitere Branchenmodule aufsetzen können, ohne dass die Grundlage neu entwickelt werden muss
  • Das erste Branchenmodul Lager & Logistik, geplanter Zielwert: rund 20 erprobte, mehrsprachige Lerneinheiten sowie Vorlagen und Fachbegriffe für typische Abläufe
  • Frei nutzbare Bestandteile als Open Educational Resource, also Vorlagen, Fachbegriffssammlungen und Lerneinheiten, auch für andere Betriebe, Bildungsträger und Kammern. Die internen Dokumente der Betriebe gehören ausdrücklich nicht dazu.
  • Ein dokumentiertes Verfahren, wie aus einem deutschen Betriebsdokument eine geprüfte mehrsprachige Fassung wird
  • Ein Modell für eine digitale Teilnahmebestätigung (nicht staatlich anerkannt); geprüft werden soll, ob ein Anschluss an bestehende Qualifizierungsbausteine möglich ist
  • Eine Bedarfsanalyse für die Module Pflege und Gebäudereinigung als Grundlage für die nächsten Schritte
  • Bereitstellung über eine Plattform, die über die Projektlaufzeit hinaus weiterbetrieben werden soll, statt über eine Projektseite, die nach Förderende offline geht

Häufige Fragen

  • Was ist der Unterschied zwischen Kern und Modul?

    Der Kern umfasst alles, was jede Branche braucht: Dokumente aufnehmen, übersetzen, freigeben, durchsuchen, nachfragen, lernen. Ein Modul bringt das Branchenwissen mit, also typische Vorlagen, Fachbegriffe und Lerneinheiten. Ein Betrieb nutzt den Kern zusammen mit dem Modul seiner Branche und ergänzt seine eigenen Dokumente.

  • Wir sind ein Pflege- oder Reinigungsbetrieb. Lohnt sich eine Beteiligung trotzdem?

    Ja. Der Kern ist für alle Branchen derselbe, und die Module Pflege und Gebäudereinigung sollen auf den Erfahrungen aus Ihren Betrieben aufbauen. Frühe Praxispartner können Anforderungen und Erfahrungen in die geplante Bedarfsanalyse einbringen. Umfang und Verfahren stehen noch nicht fest.

  • Ersetzt DigiSchicht unsere Unterweisungen und Schulungen?

    Nein. Die Unterweisung nach dem Arbeitsschutzgesetz bleibt Aufgabe des Betriebs, ebenso Einarbeitung und praktische Anleitung. DigiSchicht soll helfen, dass die Inhalte besser verstanden werden und jederzeit nachgelesen werden können. Der Assistent ist ein Hilfsmittel zum Verstehen, keine verbindliche Anweisung. Verbindlich bleibt, was der Betrieb festlegt.

  • Wer ist verantwortlich, wenn etwas falsch übersetzt ist?

    Für den Inhalt seiner Dokumente bleibt der Betrieb verantwortlich, deshalb soll nichts ohne seine Freigabe sichtbar werden. Maßgeblich bleibt die deutsche Fassung, sie soll immer mit angezeigt werden. Wie Übersetzungen, besonders bei sicherheitsrelevanten Inhalten, zusätzlich geprüft werden, etwa durch sprachkundige Personen, wird in der Pilotierung entwickelt und erprobt. Kein Verfahren kann fehlerfreie Übersetzungen garantieren. Ziel ist, Fehler früh zu erkennen und schnell zu korrigieren.

  • Kann der KI-Assistent falsche Antworten geben?

    Das Risiko lässt sich verringern, aber nicht ausschließen. Deshalb soll der Assistent nur auf die freigegebenen Dokumente des Betriebs zugreifen, zu jeder Antwort die Quelle nennen und offen sagen, wenn er keine Antwort findet. Er soll als KI gekennzeichnet sein und bei allem, was über die Dokumente hinausgeht, an eine Ansprechperson verweisen.

  • Was passiert mit unseren internen Dokumenten?

    Sie bleiben Ihre Dokumente. Geplant ist, dass jeder Betrieb einen eigenen, abgetrennten Bereich erhält, den andere Betriebe nicht sehen. Ihre Dokumente sollen weder zum Training allgemeiner KI-Modelle verwendet werden noch Teil der frei nutzbaren Inhalte werden. Die Verarbeitung soll im Auftrag des Betriebs auf Grundlage eines Vertrags zur Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO erfolgen, eine Datenhaltung in der EU wird angestrebt. Welche technischen Dienste im Einzelnen eingesetzt werden, legen wir vor der ersten Erprobung fest und dokumentieren es in einer Datenschutz-Folgenabschätzung. Die Dokumente sollten möglichst keine personenbezogenen Daten enthalten. Wie das im Alltag gelingt, klären wir gemeinsam.

  • Was ist mit den Daten unserer Beschäftigten?

    Beschäftigte sollen DigiSchicht über einen Zugang ihres Betriebs nutzen können, ohne ein persönliches Konto anzulegen. Fragen an den Assistenten sollen nicht einzelnen Personen zugeordnet werden. Eine personenbezogene Speicherung von Lernfortschritt soll nur auf ausdrücklichen Wunsch erfolgen. DigiSchicht ist nicht zur Leistungs- oder Verhaltenskontrolle gedacht. Der Beschäftigtendatenschutz (unter anderem § 26 BDSG) ist Teil der Konzeption, die Interessenvertretung soll, wo vorhanden, von Anfang an einbezogen werden. Vor der ersten Erprobung wird eine Datenschutz-Folgenabschätzung durchgeführt.

  • Kostet uns das etwas?

    Es gibt derzeit kein nutzbares Angebot und keinen Preis. Bei einer Umsetzung über ein gefördertes Modell würde die Förderung die Projektkosten tragen, eine Zusage liegt nicht vor. Derzeit fallen keine Kosten an. Der Betrieb bringt im Fall einer Pilotierung lediglich die oben beschriebene Zeit seiner Ansprechperson und der Testenden ein. Andere Kooperationsmodelle prüfen wir derzeit ebenfalls.

  • Was, wenn eine Förderung nicht zustande kommt?

    Eine Absichtserklärung begründet keine Verpflichtung. Wir prüfen mehrere Förder- und Kooperationswege parallel, damit das Vorhaben nicht von einer einzelnen Entscheidung abhängt.

  • Wie soll DigiSchicht finanziert werden und nach der Förderung weiterlaufen?

    Für Entwicklung und Pilotierung prüfen wir mehrere Förder- und Kooperationswege parallel. Eine Projektskizze ist bei einem Förderprogramm eingereicht (30.09.2026), eine Entscheidung wird frühestens im Frühjahr 2027 erwartet. Eine Zusage liegt nicht vor. Für die Zeit danach ist eine klare Trennung angedacht: Die frei nutzbaren Bestandteile bleiben offen zugänglich. Für den laufenden Betrieb der Bereiche mit eigenen Betriebsdokumenten braucht es ein tragfähiges Modell, das wir in der Pilotierung gemeinsam mit den Partnerbetrieben erarbeiten und offenlegen wollen.

  • Müssen wir uns schon jetzt auf Details festlegen?

    Nein. Für die Absichtserklärung reicht eine grundsätzliche Zusammenarbeitsbereitschaft. Details werden erst besprochen, wenn der konkrete Umsetzungsweg feststeht.

Fragen oder Interesse an einer Absichtserklärung?

Wir melden uns in der Regel innerhalb von zwei Werktagen.

Bitte keine sensiblen oder persönlichen Angaben (z. B. Gesundheitsdaten, Passwörter) eintragen.

Alternativ per E-Mail: info@digma-systems.de